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Untersuchungsergebnisse des Fördervereins Großtrappenschutz e.V. zur Brutverbreitung der Großtrappe (Otis tarda dybowskii L.) nördlich und nordwestlich von Ulaan Bataar
(3.6. bis 19.6.2002)

Batsaichan, N., M. Borchert, B.& H. Litzbarski, H. Watzke

 

Mit einem mongolisch-deutschen Projekt sammeln wir seit 2001 systematisch Daten u.a. zur Brutverbreitung, Lebensraumnutzung und Nachwuchsrate der Großtrappe in der Mongolei.

In Vorbereitung auf die Suche nach Großtrappenbrutgebieten nannte uns N. TSEVEENMYADAG (Ulaan Bataar: 01.06.02) folgende Merkmale für Landschaften, in denen in der Mongolei mit großer Wahrscheinlichkeit Großtrappen zu finden wären:

  • Ackerbaugebiete in der

  • Nähe von Fließgewässern oder Seen.

In den Steppengebieten ist nach seinen Erfahrungen die Bestandsdichte der Großtrappen sehr gering!
Unsere Untersuchungen konzentrierten sich deshalb auf Ackerbaugebiete nordwestlich und nördlich von Ulaan Bataar. Der Zeitraum - eigentlich für effektive Großtrappenbeobachtungen ungünstig - wurde bewusst in die Brutzeit gelegt, um Daten zur Flächennutzung in dieser Zeit, zur Lage der Neststandorte und zum Arthropodenangebot in der Schlupfzeit der Küken sammeln zu können.

Folgenden Gebiete wurden kontrolliert:

1. Tal des Teeg nördlich des Ortes Chischig-Oendoer (06.06. bis 13.06.02) 
(zwischen den Koordinaten 48°21,531´Nord 103°23,873´Ost und 48°24,391´Nord 103°19,829´Ost)

Tal des TeegEin 2-4 km breiter und etwa 7 km langer Talabschnitt mit Ackerbau in 1.050 bis 1.400 m Höhe mit zwei Seitentälern.
Kennzeichnend für dieses und andere von uns kontrollierte Ackerbaugebiete in Flusstälern sind:

  • mooriges Feuchtgrünland in der tiefsten Tallage, durch das sich der Wasserlauf in Mäandern windet, großflächig Bülten (Carex duriuscula, Agropyron repens, Agrostis spec., Erióphorum angustifolium, Potentilla anserina, Primula farinosa, Ranunculus spec., Plantago spec.)

  • sandige Steppe im Tal zwischen Feuchtwiesen und Ackerland, häufig stark überweidet (flächig Lemus chinensis, in Horsten Achnetherum splendens, Iris spec.)

  • Acker mit Sommerweizen und Ackerbrachen (meist einjährig) in den unteren Hanglagen (Aussaat: 2./3.Maidekade, Ernte: September/Oktober).

  • Steppe zwischen den Acker- und Bracheflächen und in den oberen Hanglagen, häufig stark überweidet (Carex durioscola, Artemisia adamsii, Potentilla biforca).

Die Zählungen erfolgten mit Spektiven gleichzeitig von jeweils vier verschiedenen, höher gelegenen Standorten aus, vor allem morgens (7.00 - 10.00 Uhr) und abends (18.00-22.00 Uhr), bei relativ geringem Luftflimmern. Erstmals wurde in der Mongolei durch Beobachtung systematisch nach Neststandorten von Großtrappen gesucht.

Zählergebnisse zur Brutzeit 2002 im Tal des Teeg: 

06.06.

11 Männchen, 15 Weibchen (nur abends)

07.06.

18 Männchen, 17 Weibchen (davon zwei Weibchen brütend), 5 unbestimmte Tiere 

08.06.

14 Männchen, 24 Weibchen (davon drei Weibchen brütend)

09.06.

11 Männchen, 18 Weibchen (davon drei Weibchen brütend)

10.06.

17 Männchen, 23 Weibchen (davon vier Weibchen brütend), 2 unbestimmte Tiere 

12.06.

16 Männchen, 26 Weibchen (davon zwei Weibchen brütend), 1 unbestimmtes Tier

Trappengelege in FeuchtwieseDie Gebietskontrollen zwischen dem 06.06. und 12.06. ergaben für diese Fortpflanzungsgemeinschaft einen Bestand von mindestens 44 Großtrappen (18 Männchen, 26 Weibchen). Mindestens fünf der Männchen waren noch nicht im fortpflanzungsfähigen Alter.
Trotz intensiver Beobachtung haben wir in diesem Gebiet nur 6 Gelege gefunden. Ein weiterer Neststandort wurden uns von einem Hirten gezeigt. Sicher wurden brütende Weibchen übersehen, ihre Anzahl zu schätzen, ist derzeit nicht möglich, weil kontinuierliche Zählergebnisse bisher nicht vorliegen.

Im Jahre 2001 zählte BATSAICHAN kurz nach der Rückkehr der Großtrappen aus dem Winterquartier am 28. April in diesem Gebiet 27 Männchen und 39 Weibchen.
Am 29./30. August 2001 hielten sich dort 22 Männchen und 13 Weibchen mit 15 Jungtieren (BATSAICHAN, N., T. RYSLAVY, B. SIMON) und am 28. Oktober 2001 insgesamt 22 Männchen sowie 47 Weibchen und Jungtiere auf (BATSAICHAN).
Ob die Bestandszahlen vom Beginn bzw. vom Ende der Fortpflanzungsperiode die Größe dieser Fortpflanzungsgemeinschaft widerspiegeln, oder teilweise Tiere benachbarter Gruppen beinhalten, ist derzeit noch offen. 

 Gelegestandorte

Funddatum Eizahl

Habitat, Vegetationshöhe, Deckungsgrad

Bemerkungen

etwa 02.06.02 3

Steppe, steiniges Bachufer,um 15 cm, 40-50%

am 09.06. zeigt uns ein Hirte das Nest, keine Eier, keine Schalenreste,
Der Hirte wurde durch die Schafe auf das Nest aufmerksam. Diese standen dicht um die brütende Henne herum, die erst bei seiner Annäherung abflog.

06.06.02 3

Steppe zwischen Feuchtwiese und Brache, 12-15cm, Irisbüsche 20 cm,25-30 %

10.06. Gelege morgens neben dem Nest, aber bebrütet
11.06. abends: Weibchen nicht am Nest,
12.06. morgens: Gelege verlassen, ein Ei ausgefressen, zwei Eier intakt

06.06.02 3

Steppe zwischen Feuchtwiese und Brache, 12-15cm, Irisbüsche 20 cm, 25-30 %

09.06. Weibchen nicht am Nest, Gelege spurlos weg
10.06.02 2

Steppe zwischen Feuchtwiese und Brache, 5-7cm, Irisbüsche 20 cm30-50 % am Nest, 20 % im Umfeld

11.06. abends: Weibchen nicht am Nest, Kolkrabe am Nest,
12.06. morgens: Eier ausgefressen, Schalenreste,

10.06.02 2 Steppe am Hang, 5-7 cm, 40-50%, sehr steinig 12.06.: Gelege wird noch bebrütet
10.06.02 3

10-jährige Brache am Hang,5-10 cm, einige Stauden bis 20 cm, 30-40%

12.06.: Gelege wird noch bebrütet
11.06.02 3 Feuchtwiese, 15-20 cm, 100 % 12.06.: Gelege wird noch bebrütet

Jungfernkraniche (Anthropoides virgo)Folgende Vogelarten sind dort regelmäßige Brutnachbarn der Großtrappen: Feldlerche, Mongolische Lerche, Isabellsteinschmätzer, Jungfernkranich.
In den angrenzenden Feuchtwiesen nisten außerdem Bekassine, Rotschenkel, Schaf- und Zitronenstelze.

 

2. Tal südlich des Ortes Orchon (48°32,770´Nord 103°35,710´Ost)

Tal mit Wasserlauf, Feuchtgrünland, Ackerflächen, -brachen und Steppe. Mehrere stark befahrene Pisten und zwei Energiefreileitungen beeinträchtigen die "Trappenfreundlichkeit" des Gebietes

13.06.02: kein Nachweis von Großtrappen

 

3. Unit (49°08,168´Nord 102°49,371´ Ost, um 1.100 m NN)

8-9 km langes Tal mit Fluss, dem Dorf Unit im Zentrum, sowie für Trappen geeignete Seitentäler. Kein Ackerbau. Intensive Beweidung der Tallagen und Hänge. Rostgänse und Jungfernkraniche.

13.06.02

1 Weibchen äsend (49°10,838´Nord; 102°52,792´Ost), fliegt bei Beunruhigung über 2 km zum Ortsrand.

16.06.02

Von Hirten erhalten wir die Auskunft, dass im Frühjahr 2001 zwei Männchen am Ortsrand gebalzt haben.

 

4. Ackerbaugebiet bei Hutag-Oendoer (49°23,608´Nord; 102°43,410´Ost, um 950 m NN)

4-5 km breites Tal, Wasserlauf, Feuchtgrünland (230 Jungfernkraniche), ausgedehnte Ackerflächen und -brachen, hoher Anteil an Schwarzbrache, Steppenbereiche stark überweidet.

14.06.02

1 ad. Männchen auf einjähriger Brache,

1 Weibchen auf stark verkrauteter, wahrscheinlich mehrjähriger Brache

Außerdem in einem verhältnismäßig engen Seitental in Richtung Nord zum Airchan Nuur
1 ad. Männchen
und auf gleichem Acker (49°28,129´Nord 102°35,335´Ost)
3 Weibchen am Nest.
Die Nestmulden im Sommerweizen enthielten 0, 2, 3 Eier.
Rostgänse und ein Brutpaar vom Jungfernkranich im Gebiet.

 

5. Ackerbaugebiete am Airchan Nuur (49°36,720´Nord; 102°40,485´Ost, um 950 m NN)

Feuchtwiesen am See, hügelige Steppen-, Acker- und Bracheflächen. Die Felder sind bis zu 1 km² groß. Die Brachen werden beackert, teilweise auch nachts. Herbizideinsatz auf mehreren Flächen mit Sommerweizen, der nach Befragung 2002 zum ersten mal erfolgte.

15.06.02: 1 Männchen, 7.00 Uhr NW-Seite des Sees balzend

Eine Befragung ergab, dass nach der Getreideernte im Oktober gelegentlich einige Trappenzu beobachten sind, die möglicherweise dort überwintern.Inwieweit die Großtrappen am Airchan Nuur eine Fortpflanzungsgemeinschaft mit den Tieren aus dem Gebiet bei Hutag-Oendoer (4.) bilden ist unbekannt.

 

6. Ackerbaugebiet bei Tarialan (49°33,514´Nord; 101°59,425´Ost, 1134 m NN)

Ausgedehnter Ackerbau südlich des Ortes mit mindestens 7.000 ha, davon jährlich rund 3.200 ha Sommerweizen, seit 1990 kein Biozideinsatz (Befragung). Die Aussaat des Weizens erfolgt im Mai/Juni. Danach werden die Brachen zweimal bis zur Getreideernte im September beackert. Dabei werden im Juni die Getreidestoppeln des Vorjahres in einem ersten Arbeitsgang zur Schwarzbrache umgepflügt, am 15.06. lokal bis zu 11 Traktoren gleichzeitig bei der Arbeit. Ende Juli/Anfang August werden die verunkrauteten Schwarzbrachen nochmals oberflächlich umgebrochen.
Der Anbau erfolgt teilweise in Streifenkulturen, also in engem Wechsel von Acker und Brache, mit Schlagbreiten von 75-100 m und -längen bis 1.000 m, teilweise auf zusammenhängenden Schlägen zwischen 1-4 km² Größe.
Im Zentrum des Gebietes weitgehend ebene Flächen, an der Peripherie stark hügelig, wo der Feldbau durch ausgedehnten Steppenbereichen bis hin zu den Gipfeln bzw. Waldbereichen abgelöst wird. Der aus Norden durch das Zentrum führende Wasserlauf war 2002 bereits seit Mitte Mai ohne Wasser.
Im Westen Durchfluss des Zulegt Gol (49°31,122´Nord; 101°52,47,122´Ost, 1.090 m NN) mit Feuchtwiesen und Steppe auf trockenem Talsand (Jungfernkranich, Rostgans, Singschwan).

15.06.02: 

3 ad Männchen (davon einer balzend) Ackerbrache Westseite des Zulegt Gol

1 ad Männchen, Steppe Ostseite des Zulegt Gol

15./16.06.02: 

2 ad Männchen (balzend)

1 immat Männchen

2 Weibchen (davon ein Exemplar am 16.06. morgens auffällige Nistplatzsuche im Sommerweizen)

(49°33,206´Nord; 101°59,424`Ost, 1.150 m NN)

 

7. Ackerbaugebiet bei Jargalant (49°02,332´Nord; 104°29,145´Ost, um 1.058 m NN)

Kontrolliert wurde ein östliches Seitental des Changal Gol mit mittelgroßen, welligen  Sommerweizenflächen, schwarzen, aber auch bisher unbehandelten Brachen, sowie einem Kartoffelacker. Steppenresten auf den höheren Hanglagen der das Gebiet umgrenzenden Hügelketten (Rostgans, Jungfernkranich).

17.06.02:

3 Weibchen auf Weizen äsend (davon eine Henne mit auffälligem Anzeichen des "Kopulationsbisses" knapp unter dem Kopf)

1 ad Männchen balzend (Grenze Brache/Weizen)

4 immat Männchen (ruhend auf kleiner Steppeninsel im Weizen)

Gleichzeitig etwa 2 km westlich:

1 immat Männchen, äsend auf Steppe-Brache-Weizen

4 Weibchen, äsend auf Steppe-Brache-Weizen

1 Weibchen, brütend auf 2 Eiern im Kartoffelacker, der vor wenigen Tagen gehäufelt wurde.

Das Gelege war demnach frisch.

Trappengelege im KartoffelackerWegen der Weiträumigkeit des Geländes und der schlechten Sichtbedingungen (Luft flimmert stark) wurden mit Sicherheit nicht alle Großtrappen gefunden. Hier sollte künftig unbedingt intensiver beobachtet werden. Die gute Verkehrsanbindung kann derartige Untersuchungen begünstigen.

 

8. Ackerbaugebiet bei Baruunburen

Tal des Burgaltain Gol mit Feuchtgrünland, Steppe auf Talsand und Ackernutzung in den Randbereichen (nördlich der Straßenbrücke etwa 1 km breit und 3 km lang und südlich 1-2 km breit sowie 6-7 km lang, dort ausschließlich Weidenutzung).
Nördlich und nordöstlich des Ortes Richtung Amarbayasgalant (Kloster) ausgedehnte, wellige Acker-, Brache- und Steppenflächen sowie zwei ackerbaulich genutzte Täler mit Verbindung zum Tal des Burgaltain bzw. Orchon. Die Brachen sind überwiegend Schwarzbrachen.
Eine Befragung ergab: Der Ackerbau begann in den 1960er Jahren, 1968/69 gab es noch häufiger Großtrappen, etwa ab 1980 nur noch selten. Die Brigade nördlich des Ortes bearbeitet allein 1.600 ha, baut also jährlich 800 ha Sommerweizen an. 

17.06.02: keine Großtrappen beobachtet, aber Jungfernkraniche, Rostgänse als "typische" Anzeiger für Trappenplätze.

 

9. Ackerbaugebiet im Orchon-Tal bei Sant (49°14,126´Nord; 105°26,947´Ost, 730 m NN)

Großflächiger Ackerbau, typischer Wechsel von Sommerweizen und Schwarzbrache auf welligen bis hügeligen nördlichen Randflächen des Tales. Im Tal mit Feuchtgrünland und Steppe auf Talsand dominiert die Beweidung, teilweise im ortsnahen Feuchtgrünland kleinflächiger Gemüseanbau.

18./19.06.02: keine Großtrappen beobachtet.

Eine Befragung mehrere Ortsansässiger erbrachte keine positiven Hinweise. Im Oktober nach der Getreideernte sucht nach deren Aussagen das Birkwild in größerer Zahl die Stoppelfelder auf (Hunderte!).

 

10. Ackerbaugebiet zwischen Sayhan und dem Talzug des Chongor (49°09,661´Nord; 105°38,099´Ost)

Stark welliges Gelände mit Sommerweizen, Schwarz- und Grünbrachen, Steppenhängen in dem bis auf den peripher gelegenen Chongor das Wasser fehlt. Bisher größtes Ackerbaugebiet, deutlich > 100 km². Hier sollten unbedingt Kontrollen und Befragungen durchgeführt werden.
Keine eigene Kontrolle, sehr schlechte Sicht.

 

11. Ackerbaugebiet an der A3 Ulaan Bataar - Darchan km 185 - 202 (49°12,680´Nord; 106°02,561´Ost, 930 m NN)

Ausgedehnte Sommerweizen- und Bracheflächen in Straßennähe, die sich aber auch an Berghängen aufwärts und in Seitentäler ausdehnen. Brachen meists umgebrochen. Keine Fließgewässer oder Seen.

19.06.02: keine Großtrappen beobachtet.

Befragung: etwa 5.000 ha werden bewirtschaftet Großtrappen gelegentlich im Oktober/November, Balz und Brut sind unbekannt.

 

Die folgenden Gebiete wurden von M. BORCHERT und H. WATZKE auf der Rückfahrt nach Ulaan Bataar aufgesucht. Da die Verständigung auch mit dem Fahrer fast unmöglich war, konnten keine gründlichen Befragungen durchgeführt werden. Detailliertes Kartenmaterial stand nicht zur Verfügung. Von N. BATSAICHAN wurden 3 Koordinaten genannt, an denen in den letzten Jahren (ausschließlich Herbst) Großtrappen beobachtet wurden. Im Gegensatz zum Gebiet 12 konnten in den Gebieten 13 und 14 keine Ackerflächen festgestellt werden. Nach den bisherigen Erfahrungen ist hier eine Brut von Großtrappen unwahrscheinlich. Möglicherweise fungieren diese Gebiete aber als Sammelplätze im Herbst, worauf die oben genannten Beobachtungen hindeuten.

 

12. Ackerbaugebiet bei Schudut-Ula im Talkessel des Angirt-Gol

Das deutlich reliefierte Gebiet ist charakterisiert durch ausgedehnte Sommerweizenflächen, Brache und Steppe treten anteilmäßig deutlich dahinter zurück. Feuchtes Grünland ist nur verhältnismäßig gering ausgeprägt. Durch den Talkessel führt eine vielbefahrene Piste nach Ulaan Bataar. Hier konnten Jugfernkraniche, Rostgänse, Mongolische Lerche, Feldlerche und Isabellsteinschmätzer beobachtet werden. Auch Großtrappenbruten sind entsprechend der Naturausstattung nicht auszuschließen, konnten aber nicht nachgewiesen werden.

13.06.02: 

(48°27,210´Nord; 103°45,973´Ost; ca. 1.100 m NN) - 15.30 bis 16 Uhr keine Trappen

(48°28,204´Nord; 103°46,245´Ost) - 17 bis 18 Uhr keine Trappen

(48°28,046´Nord; 103°48,862´Ost) - 18 bis 18:15 Uhr keine Trappen

(48°28,815´Nord; 103°49,643´Ost) - 18:20 bis 18:40 Uhr keine Trappen

 

13. Steppengebiet etwa 30 km östlich von Bureg-Changaj

Das Gebiet wird von einem Wasserlauf mit feuchtem Grünland zu beiden Seiten durchzogen, allerdings dominiert hier äußerst trockene Steppe, z.T. kurzrasig, z.T. mit weitläufigen Kamelgrasbeständen (Achnatherum splendens). Keine Ackerflächen. Diese trockenen Bereiche grenzen ohne Übergangszone direkt an das Feuchtgrünland. Die Piste nach Ulaan Bataar berührt hier nur die Randbereiche der Tallage.

14.06.02

(48°14,704´Nord; 104°13,484´Ost) - 9:15 Uhr keine Trappen (Ein Hirte gab für diese Stelle 3 Großtrappen an. Die Verständigung war aber schlecht. Die Abbildungen im Bestimmungsbuch hat er erkannt.)

(48°13,714´Nord; 104°12,494´Ost) - 9:30 Uhr keine Trappen

(48°13,244´Nord; 104°10,235´Ost) - 9:50 Uhr keine Trappen, 2 Weißnackenkraniche

(48°11,509´Nord; 104°12,683´Ost) - 10:20 Uhr keine Trappen

 

14. Steppengebiet südwestlich von Dsaamar

Dieses im Nordwesten durch einen Gebirgszug begrenzte und nach Südosten sehr weiträumige, weitgehend ebene Gebiet ist charakterisiert durch trockene, kurzrasige überweidete Steppe. Bereiche mit Ackerbau ließen sich von den aufgeführten Beobachtungspunkten nicht ausmachen. Das Gebiet wird von der Hauptpiste nach Ulaan Bataar, deren Parallelpisten sowie einer abzweigenden Piste nach Dsaamar zerschnitten.

14.06.02

(48°03,790´Nord; 104°34,269´Ost; 1.025 m) - 12:15 Uhr keine Trappen

(48°06,121´Nord; 104°38,792´Ost) - 12:30 Uhr keine Trappen, in der Ferne ausgedehntes Feuchtgrünland mit vereinzelten Bäumen sah vielversprechend aus

(48°09,227´Nord; 104°43,552´Ost) - 13:30 Uhr keine Trappen

 

Zusammenfassende Angaben zur Brutzeit und zu den Gelegeverlusten:

Folgende Indiziden deuten darauf, dass die Brutzeit möglicherweise gerade begonnen hatte:

  • hoher Anteil nicht brütender, teilweise in kleinen Gruppen laufender Weibchen,

  • häufig aktiv balzende Hähne in vollem Prachtkleid,

  • keine erkennbare Mauser bei den Hähnen,

  • zweimal Nachweis von Gelegen, die weniger als eine Woche bebrütet waren (Kontrolle des Eiinhaltes von einem gerade gestörten Gelege, Gebiet 1, frisches Gelege in den Kartoffeln, Gebiet 7),

  • eine Henne sitzt ausdauernd in noch leerer Nestmulde (Gebiet 4),

  • eine Henne zeigt morgens auffällige "Nistplatzsuche" (Gebiet 6).

Großtrappenhenne mit KopulationsbissIm Vergleich zu europäischen Populationen scheint das Fortpflanzungsgeschehen um 3 bis 4 Wochen verspätet.
Allerdings zeigen unsere Beobachtungen verhältnismäßig hohe Gelegeverluste. Von 7 über mehrere Tage beobachteten Gelegen gingen vier verloren. Das weist darauf hin, dass ein Teil der frischen Gelege bereits Nachgelege sein können. Auch die Henne bei der Nistplatzsuche (Gebiet 6) bzw. die mit frischen Spuren eines "Kopulationsbisses" am Hals (Gebiet 7) könnten bereits ihr erstes Gelege verloren haben.
Nach den Erfahrungen in Deutschland liegen zwischen dem Verlust des ersten Geleges und dem Nachgelege etwa 12-14 Tage.
Den Beginn der Brutphase konkret zu bestimmen gelingt nur durch kontinuierliche Beobachtungen in den ersten beiden Maidekaden.

 Mögliche Verursacher der Gelegeverluste sind:

  • Raubwild (Wolf, Fuchs, Korsak),

  • Rabenvögel (Kolkrabe, Rabenkrähe)

  • Hohe Konzentration von Weidevieh mit zahlreichen Hirtenhunden.

 

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