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GroßtrappenhenneIn der Systematik werden die Trappen (Otididae) mit insgesamt 22 Arten den Rallen- und Kranichvögeln (Gruiformes) zugeordnet. Die Art Großtrappe (Otis tarda) gliedert sich in die westliche Rasse (O. t. tarda L.), die in Europa und Vorderasien verbreitet ist, und eine östliche (O. t. dybowskii TACZ.) mit ihrem Verbreitungsschwerpunkt in Mittelasien.

Jüngste Untersuchungen im IZW Berlin zur genetischen Verwandtschaft der Großtrappen untereinander mit Blutproben von Tieren aus Spanien, Ungarn, der Slowakei, Deutschland und Rußland zeigen, dass die Großtrappen Mitteleuropas nach der Eiszeit wahrscheinlich aus Osten und nicht aus Südwesten eingewandert sind.

Großtrappen gehören mit einer Körpermasse der Männchen von 8-18 kg zu den schwersten flugfähigen Vögeln der Erde. Sie sind kraftvolle und ausdauernde Flieger, die trotz ihres beachtlichen Gewichtes zügig vom Boden abheben können. In offenen, unzerschnittenen Lebensräumen wechseln Großtrappen bevorzugt zu Fuß ihren Einstand.

Großtrappen leben gesellig, häufig in getrenntgeschlechtlichen Gruppen. In den Weibchentrupps halten sich in der Regel auch die Jungtiere der letzten Fortpflanzungsperiode auf.

Typisch für die Großtrappen ist ihre imposante Balz, die sich in Deutschland von Februar/ März bis in den Mai hinein abspielt.

Balzender GroßtrappenhahnSie findet alljährlich an denselben, in der Regel bereits seit Generationen genutzten Bereichen des Fortpflanzungsareals statt.

Großtrappenhennen suchen sich im Umkreis von 5 km, seltener mehr als 10 km um den Balzplatz geeignete Nistmöglichkeiten. Dort werden 1 - 3 Eier auf den Boden gelegt, wobei kein Nistmaterial verwendet wird. Als Nistplätze werden in Brandenburg zu Beginn der Brutzeit Getreideäcker bevorzugt, bei späteren Bruten und Nachgelegen eher Grünland und Hackfruchtkulturen.


Die mittlere Gelegegröße liegt in Brandenburg  aktuell bei 1,7 - 1,8 Eiern/Gelege und damit deutlich niedriger als noch vor 40 Jahren.

Nach einer Brutdauer von 25 - 27 Tagen schlüpfen die etwa 90 g schweren Küken. Sie sind Nestflüchter, können in den ersten Lebenstagen der Henne jedoch nur unbeholfen und langsam folgen. Die Küken fressen in den ersten 2 bis 3 Lebenswochen nicht selbständig, sondern werden von der Henne mit Futter versorgt. Anfangs werden nur Insekten verfüttert, ab etwa dem 10. Tag nimmt der Anteil der vegetarischen Kost deutlich zu.

Henne mit KükenIm Alter von 4 bis 5 Wochen werden die Trappenküken flugfähig. Sie drücken sich jedoch auch in diesem Alter bei Störungen fest in die Bodenvegetation, so dass Bewirtschaftungsmaßnahmen auf den Brutflächen bis Juli/ August zu Kükenverlusten führen können.

Mit 10 bis 12 Wochen sind die Jungtrappen etwa so groß wie die Henne.  Im Herbst sammeln sich die Hennen mit ihrem Nachwuchs in kleinen Wintergruppen.

Die Hähne verbleiben nach der Balz in lockeren Gruppierungen innerhalb des Fortpflanzungsareals.

Der Eintritt in die Geschlechtsreife erfolgt bei den Weibchen im Alter von 2 bis 4, bei Männchen von 5 bis 6 Jahren. Im Rahmen eines ukrainischen Projektes zur Vermehrung von Großtrappen in der Gefangenschaft wurden im Jahre 2001 bereits von einem dreijährigen (!) Hahn vertile Spermien gewonnen.

Die Lebenserwartung erwachsener Tiere liegt bei 20 - 25 Jahren.

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